Juan Carlos Onetti, Das kurze Leben

Buchumschlag: Juan Carlos Onetti, Das kurze Leben (Suhrkamp Taschenbuch 2017)

Nach dem Feiertagstrubel und den ersten Wochen des neuen Jahres melde ich mich endlich hier zurück (und werde ab jetzt auch wieder regelmäßiger posten *versprochen*), und zwar mit einem absoluten Klassiker der lateinamerikanischen Literatur: Das kurze Leben von Juan Carlos Onetti. Der düstere Roman, der oft als Onettis Hauptwerk betrachtet wird, erzählt die Geschichte des erfolglosen Werbetexters Juan María Brausen, der die fiktive Stadt Santa María erfindet, um seinem trostlosen Leben zu entfliehen.

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Carlos Fuentes, Aura

Buchumschlag: Carlos Fuentes, Aura. Novelle & Essay (Fischer Taschenbuch 1999)

Ich war die letzten Wochen etwas schreibfaul, aber heute möchte ich endlich mal wieder etwas posten. Und zwar habe ich vor kurzem Aura von Carlos Fuentes gelesen. Darin erzählt Fuentes die Geschichte des jungen Historikers Felipe Montero, der in den Bann einer alten Witwe und ihrer jungen Nichte gerät. Die surreale Novelle, erschienen im Jahr 1962, steht fest in der Tradition der phantastischen Literatur Lateinamerikas und erinnert an Werke von Julio Cortázar oder Juan Rulfo.

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Juan Pablo Villalobos, Fiesta in der Räuberhöhle

Die lateinamerikanische Literatur bietet weit mehr als nur die (hervorragenden) Klassiker von Gabriel García Márquez, Mario Vargas Llosa oder Carlos Fuentes. Auch die jungen Autoren aus Lateinamerika sind ausgesprochen innovativ und lesenswert. Dies beweist Juan Pablo Villalobos eindrucksvoll mit seinem Debütroman Fiesta in der Räuberhöhle. Darin verbindet er virtuos zwei Themen, die auf den ersten Blick so gar nicht kompatibel erscheinen: den Drogenkrieg in seiner mexikanischen Heimat und die Lebenswelt eines Kindes.

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Somos Cuba (DE/CU 2015)

Am Freitag war ich im Rahmen der Lateinamerikanischen Tage bei der Vorstellung des deutsch-kubanischen Dokumentarfilms Somos Cuba (an dieser Stelle vielen Dank für die freundliche Einladung seitens der Veranstalter vom Sudaca e.V.) In diesem Film dokumentiert der Kubaner Andres sein Leben in einem Armenviertel von Havanna. Herausgekommen ist ein sehr persönliches Porträt dieses Landes aus einer Perspektive, die einem als Nicht-Kubaner sonst verborgen bliebe.

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Filmfestival „Lateinamerikanische Tage“ in Leipzig

Logo: Lateinamerikanische Tage Leipzig

Zum achten Mal findet in diesem Jahr das Filmfestival „Lateinamerikanische Tage“ statt. Vom 16.11. bis zum 25.11.2017 werden in diversen Kinos in Leipzig (und einer Spielstätte in Halle) insgesamt 32 Kurz- und Langfilme aus 15 verschiedenen Ländern gezeigt. Super Sache, finde ich!

Wie schon vor einiger Zeit in meinem Beitrag zum DOK Leipzig 2017 habe ich euch hier die Filme zusammengestellt, die mich persönlich besonders reizen. Aber auch der Rest des Programms ist mit Sicherheit sehenswert.

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Mario Vargas Llosa, Wer hat Palomino Molero umgebracht?

Buchumschlag: Mario Vargas Llosa, Wer hat Palomino Molero umgebracht? (Suhrkamp Taschenbuch 1990)

Wer hat Palomino Molero umgebracht? ist der erste Kriminalroman von Mario Vargas Llosa, einem der großen Romanciers der lateinamerikanischen Literatur. Der Nobelpreisträger hat dabei einen Roman vorgelegt, der einerseits als spannende Detektivgeschichte funktioniert, andererseits aber auch über ein reines Genrestück hinausgeht. Wie so oft in seinem Werk thematisiert Vargas Llosa anhand der Geschichte um den ermordeten Soldaten Palomino Molero die Ungleichheit in der peruanischen Gesellschaft.
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DOK Leipzig 2017: When the Bull Cried (BE/BO 2017)

DOK Leipzig 2017: Ticket "When the Bull Cried"

Meine letzter lateinamerikanischer Film beim diesjährigen DOK Leipzig war die belgisch-bolivianische Ko-Produktion When the Bull Cried, die im Rahmen des Internationalen Wettbewerbs gezeigt wurde. Dieser sowohl visuell als auch inhaltlich beeindruckende Film nimmt uns mit in ein kleines Bergarbeiter-Dorf in den bolivianischen Anden. Inmitten der atemberaubend schönen Natur der Anden führen die Einwohner ein karges Leben. Abseits der gefährlichen Arbeit in der Zinn-Mine gibt es keine Perspektiven, und so ist ihr Leben geprägt von Alkohol, Koka und Aberglauben.

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DOK Leipzig 2017: Body of Crime (BR 2017)

DOK Leipzig 2017: Ticket "Body of Crime"

Der dritte Film in meinem DOK Leipzig Marathon war Body of Crime aus Brasilien. Dieser beeindruckende Film dokumentiert das Leben von Ivan aus der Favela Dos Índios in Fortaleza im Norden Brasiliens. Ivan wurde nach 8 Jahren auf Bewährung aus dem Gefängnis entlassen, aber er steht unter Hausarrest und muss eine elektronische Fußfessel tragen. Die Ambivalenz dieser Situation macht Ivan schwer zu schaffen. Einerseits spürt er einen Hauch von Freiheit, aber andererseits ist er nach wie vor gefangen – und kommt immer wieder in Versuchung, den Hausarrest zu ignorieren.

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DOK Leipzig 2017: The Centaur’s Nostalgia (AR 2017)

DOK Leipzig 2017: Ticket "The Centaur's Nostalgia"

Der zweite lateinamerikanische Film, den ich mir beim DOK Leipzig 2017 angesehen habe, war die argentinische Produktion The Centaur’s Nostalgia, ein Film über die im Verschwinden begriffene Welt der Gauchos. Die Gauchos sind die Cowboys Argentiniens und man sagt über sie: „Ein Gaucho, der aufrecht steht, ist nur ein halber Gaucho“. Doch wie lange wird diese Sorte Mensch, die zentaurenhaft mit ihrem Pferd verbunden scheint, noch einen Platz in unserer Welt haben?

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DOK Leipzig 2017: The Mermaid’s Kingdom (MX 2017)

DOK Leipzig 2017: Ticket "The Mermaid's Kingdom"

Als meinen persönlichen Auftakt zum diesjährigen Dokumentarfilmfestival habe ich den Reformationstag gut genutzt. Ich konnte direkt zwei lateinamerikanischer Filme von meiner DOK Leipzig 2017 Bucketlist streichen: die mexikanische Produktion The Mermaid’s Kingdom und The Centaur’s Nostalgia aus Argentinien. In meinem ersten Post zum Thema will ich nun meine Eindrücke aus der Vorstellung von The Mermaid’s Kingdom schildern, einem Film über das harte Leben in einem Fischerdorf in Nicaragua schildern.

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